Baustelle

Sie sitzen oft am Straßenrand, drei, fünf, zehn. Direkt nebeneinander, aufgereiht, in blauen Overalls mit gelben Helmen. Oder orange farbenen Overalls mit  weißen Helmen. Es macht keinen Unterschied. Mittags sitzen sie manchmal auf den begrünten Flächen entlang der Straße und essen. Mitten in der Stadt, während der Verkehr an ihnen vorbeibraust. Abends warten sie, wieder aufgereiht, auf die Busse, die sie abholen, um sie zu ihren Nachtlagern zu fahren. Irgendwo außerhalb, mehr oder weniger abgeschottet. Auseinanderhalten kann man Dubais meist indische Bauarbeiter nicht. Dafür sind es zu viele und der Blick aus dem Auto ist zu ungenau.

In der Wüstenmetropole mit all den Superlativen wird noch immer gebaut. Stets wird die Sicht getrübt von Kränen, Baustellen, Lastwagen und Absperrungen. Noch öfter sind es jedoch Gebäudeskelette, unfertige Hochhäuser, um deren Zukunft es schlecht bestellt ist. Die Investoren sind weg, das Öl ist weg und somit das Geld. Die halbe Stadt ist eine Baustelle, die womöglich niemals fertig gestellt wird. Zudem stehen viele der bereits gebauten Wolkenkratzer leer. Angebot und Nachfrage regeln den Preis, die Mieten sind dementsprechend enorm gefallen.

Um an Geld zu kommen lässt sich Dubai so einiges einfallen. Den Salik zum Beispiel. Parallel zur Küste, von Süden nach Norden, führt die Sheikh Zayed Road, die Stadtautobahn. Fünf- oder sechsspurig in beide Richtungen, ideal um schnell von A nach B zu kommen. Nun gibt es auf der Straße vier Tore, die Mautstellen sind. Jedes Auto muss einen Barcode haben, automatisch wird dadurch registriert, wenn es ein Tor passiert der Fahrer zahlt am Ende des Monats umgerechnet 80 Cent. Pro Tor. Bei Dubais Verkehrsaufkommen dürfte da einiges zusammen kommen. Zudem gibt es unzählige Blitzer im Emirat, geschäftliche Lizenzen kosten ein Vermögen und auch Alkohollizenzen und Aufenthaltsgenehmigungen sind teuer. Die Regierung ist im Besitz von oder hat Anteile an den beiden Mobilfunkunternehmen und Alkoholgeschäften, die es gibt sowie an diversen Hotels, die auch Alkohol ausschenken. Seltsam mutet es da an, dass Alkohol offiziell nicht gestattet ist.

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