Todo bien en Buenos Aires?

Es tropft. In Buenos Aires ist Sommer, die Klimaanlagen laufen auf Hochtouren. Also tropft es auf die Gehwege und die Menschen, die auf eben diesen unterwegs sind. Angesichts der Hitze ist das nicht weiter schlimm.

Buenos Aires ist laut, es wimmelt nur so von Leuten, die so schnell sprechen, dass ich nur Wortfetzen verstehe. Jedes zweite Restaurant scheint eine Pizzaria zu sein und jedes zweite Geschäft ein Buchladen. Das macht die Stadt sympathisch. Die Busse sind oft alt und machen Krach, so wie auch manches Auto, das in Deutschland schon gar nicht mehr zugelassen wäre. Schwarz-gelbe Taxis fahren unter blauem Himmel all die Einbahnstraßen entlang. Fahrradfahrer sieht man kaum und ungeschriebenes Gesetz ist, dass Autos Vorrang haben. Also bleibt man als Fußgänger lieber stehen. Dank der Abgase ist die Luft schlecht, trotz der vielen Bäume. Große Hauptverkehrsadern umschließen die verschiedenen Stadtteile, durch die sich hin und wieder kleine gepflasterte Gassen schlängeln, meist jedoch geteerte Straßen. In denen stehen nicht selten zweistöckige Häuser neben solchen mit fünf oder sechs Etagen und Kolonialbauten neben häßlichen Wohnblocks.

Der erste Europäer in der Region, in der Buenos Aires liegt, war ein Portugiese, allerdings im Auftrag der spanischen Krone. Juan Díaz de Solis ging 1516 in Südamerika an Land. Lange daran erfreuen konnte er sich nicht. Solis sowie seine komplette Truppe wurde von indigenen Stämmen gekocht und aufgegessen.

Doch es ankerten immer neue Schiffe und 1536 wurde schließlich die Ciudad y Puerto Santa María de Buenos Aires gegründet. Bis zur Einwanderungswelle aus Europa Ende des 18. Jahrhunderts war Buenos Aires allerdings mehr Dorf als Stadt.

Knapp drei Millionen Menschen leben heute in Argentiniens Hauptstadt, etwa 13 Millionen sind es, wenn man das Einzugsgebiet miteinberechnet. Wer hinschaut kann nicht übersehen, dass die Schere zwischen arm und reich in Buenos Aires weit auseinanderklafft. Wie so oft sind es dabei Menschen mit dunklerer Hautfarbe, die weniger haben. Besonders die Cartoneros fallen auf. Abends, wenn die Stadtbewohner ihren Müll nach draußen bringen, sammeln sie Kartons und Glas und schieben vollbeladene Wägen vor sich her. Allzu rentabel ist das sicherlich nicht. Durch Cafés gehen Menschen, die seltsame Dinge verkaufen oder schlicht betteln. Oft sind es Kinder, nur selten Frauen. Warum wohl?

Buenos Aires hat Charme, Atmosphäre, Esprit. Die Stadt ist lebhaft und kunterbunt, dabei war ich noch nicht einmal in dem berühmten Viertel mit den bunten Häusern am Hafen. Die Bezirke der Porteños, der Einheimischen, sind spannender. Es sind die Menschen, die Alltäglichkeiten, die eine Stadt ausmachen, nicht ihre Touristenattraktionen, so schön diese auch sein mögen.

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Eine Antwort zu “Todo bien en Buenos Aires?

  1. Auf dieser Stelle möchte ich dich offiziell darum bitten, Fotos mitraufzuladen!!!

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