Strassenkinder

Es war das erste Mal, dass es mir hier passiert ist. Ploetzlich stand er an meinem Tisch, ganz nahe. Er hielt mir Papageien aus Holz mit gelben Schnaebeln vor die Nase. Unwillkuerlich griff ich nach meiner Tasche, die ich auf einem Stuhl abgestellt hatte. Das Gesicht des Jungen sah aus, als sei es schmutzig von einem Gemisch aus Staub und Schweiss. Die Kleidung an seinem Leibe hatte schon laenger keine Waschmaschine mehr gesehen.

„Quieres comprar?“, sagte er . „Willst du kaufen?“ Ich sah ihn erst erschrocken an, dann mitleidig. „Moneda.“ Geld. Bevor ich ueberhaupt reagieren konnte, war er auch schon am naechsten Tisch.

In Indien, ja. In Laos oder Kambodscha – in Argentinien allerdings war ich bis jetzt noch nicht auf bettelnde Kinder getroffen. Entweder gibt es nur wenige oder sie werden aus den Stadtzentren vertrieben.

Eine Weile spaeter kam ein weiterer Junge. Er  trug die selben Papageien mit sich, stellte die selbe Frage und war genauso schnell zum Nachbartisch verschwunden. Die Kinder sind es sicherlich gewohnt, ein „Nein“ zu hoeren. Ob die Gewohnheit das einfacher macht, wage ich zu bezweifeln.

Ich sah weder den einen noch den anderen verschwinden. Barfuessig sprangen sie umher, ich weiss nicht wohin.

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